Über 40 Jahre, seit 1984, war Henning von Wedel für die Kirche aktiv. Kirchenvorstand Aumühle – Nordelbische Kirche – Nordkirche – überall hat er sich mit großem Engagement eingebracht. Seine Doktorarbeit über „das Verfahren der demokratischen Verfassung dargestellt am Beispiel Deutschlands der Jahre 1848/49, 1919 und 1948/49“ zeugt bereits von seinem Faible für verfassungsrechtliche Fragen. Genau dahin zielte dann auch immer wieder seine kirchliche Mitarbeit. Als Vorsitzender des Rechtsausschusses hat er die Reform der Nordelbischen Kirche mitgestaltet und konnte etliche seiner Ideen umsetzen.
DIE BILDUNG DER NORDKIRCHE
Ein Projekt, von dem er überzeugt war, konnte Henning von Wedel erfolgreich vorantreiben: die Bildung der Nordkirche. Damit wurden zu Pfingsten 2012 zusammengeführt die evangelischen Kirchen der Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wichtiger Punkt für das Gelingen war das Einlassen auf den Sitz der Kirchenleitung nicht in Hamburg, sondern Schwerin. Weiterer Punkt für Henning von Wedel war, dass eben diese Kirchenleitung nicht nur von Hauptamtlichen, sondern gleichermaßen von Ehrenamtlichen besetzt wird. Ein schwieriges, aber letztlich erfolgreich durchgesetztes Anliegen.
Was immer Henning von Wedel anging, tat er stets aus Überzeugung und mit der Absicht, die unterschiedlichen Ebenen, Basisgemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche zusammenzubringen. Drei Punkte lagen ihm besonders am Herzen: ein Jugendgesetz zu verabschieden, ein einheitliches Arbeitsrecht und das Präventionsgesetz gegen sexuelle Gewalt. Wenn auch diese Projekte wegen ihrer Umfänglichkeit zunächst zurückgestellt wurden, konnte letztlich Henning von Wedel alle drei Themenfelder durch sein Mitwirken regeln.
Seine Idee, sich bereits vor 5 Jahren im Alter von 75 aus der aktiven Kirchenarbeit zurückzuziehen, wurde ihm von der Diakonie durchkreuzt. Alle diakonischen Werke der 3 Landeskirchen wollten ihn halten, um ihn in den Aufsichtsrat zu wählen. Bis dahin war Henning von Wedel immer Gemeindesynodaler, nun Delegierter der Werkesynode.
Ein Punkt, in den sich Henning von Wedel noch gerne mehr einbringen würde, ist der Zukunftsprozess der Kirche. Vieles auf den verschiedenen Ebenen des Kirchenlebens hat sich verändert und muss weiter vorangetrieben werden. Allein schon, dass man nicht mehr auf einer unteren Ebene aktiv gewesen sein muss, um dass nächste Level zu erreichen, ist solch ein Faktor. Henning von Wedel ist froh, es noch anders erlebt und gelebt zu haben.
AKTEUR AUS 2. REIHE
Akteur aus 2.Reihe? Ja! Es geht Henning von Wedel immer um die Sache, nie um seine Person. Neben all seiner Arbeit für die Nordkirche, blieb er stets seiner Heimatgemeinde Aumühle treu. Er sorgte zum Beispiel für die Grundstücksübertragung der Familie von Bismarck an die Kirchengemeinde. So liegen seitdem Friedhof und alle Gebäude auf kircheneigenem Land. Wann immer er am Wochenende zu Hause ist, kommt er in den Gottesdienst der örtlichen Gemeinde.
Im Rahmen einer 2tätigen Kirchenleitungssitzung in Schwerin wurde Henning von Wedel am letzten Februarwochenende aus seinen Kirchenämtern verabschiedet. Mit sehr persönlichen Worten hat ihn Landesbischöfin Fehrs gewürdigt.
Wir bedanken uns bei Henning von Wedel für all sein tatkräftiges Gestalten des Kirchenlebens auf den verschiedenen Ebenen. Glücklich dürfen wir uns schätzen, wenn wir ihn hoffentlich noch häufig in den Gottesdiensten unserer Region antreffen und über die Predigten anschließend diskutieren können. Bleib behütet, lieber Henning
Mit dem KGR Aumühle Beatrix Jenckel